Katholische Kirche Sankt Michael
 
 
Vor dem 30-jährigen Krieg stand an der Stelle, an der die Kirche heute gebaut ist, eine Kapelle. Die Platzverhältnisse erwiesen sich jedoch auf Dauer als sehr beengend. Deshalb dachte man alsbald an eine Vergrößerung des Gotteshauses. 1902 kam sogar der „Diözesanarchitekt“ Josef Cades von Stuttgart nach Weiler, um ein Gutachten zu erstellen. Das Gutachten behandelte den Sachverhalt, ob man mit geringem Kostenaufwand die bestehende Kirche vergrößern könne, oder ob ein Neubau notwendig sei und ferner, ob man im Falle eines Neubaues den alten Turm stehen lassen könne.

Der Kirchenstiftungsrat beschloß aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel wenigstens das Innere der alten Kirche renovieren zu lassen, was auch im Jahre 1902 in Auftrag gegeben wurde. Über Hauskollekten und namhaften Einzelspenden wurden Gelder hierfür gesammelt. 1905 musste jedoch eine neue Kirchturmuhr, sowie eine neue Orgel angeschafft werden.

In Folge des Ersten Weltkriegs, sowie der Inflation ab 1923 verlor das Ersparte viel an Wert. Im Dezember 1913 fand eine Bürgerversammlung statt, um über den aktuellen Stand der Kirchenbaupläne zu informieren. Es wurde überlegt, ob man die neue Kirche auf den Platz der bestehenden Kirche stellen, oder wieder hinunter ins Tal zu den Leuten gebaut werden sollte. Offenbar entschied man zugunsten des bisherigen Platzes auf dem Kesselberg. Noch im selben Jahr investierte man in zwei neue Glocken und ließ ein Jahr später das Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten des Krieges errichten.
1925 dachten wohl die wenigsten daran, dass es unter den erschwerten Bedingungen der Nachkriegszeit doch noch zu einer Kirchenerweiterung kommen würde. Aber Pfarrer Haug war der richtige Mann am richtigen Ort. Das Bischöfliche Ordinariat in Rottenburg erteilte am 11. Oktober 1946 die endgültige Baugenehmigung. Noch im Herbst 1946 suchte man in verschiedenen Steinbrüchen auf der Gemeindemarkung den geeignetsten Sandstein. Von der Burghalde - angeblich Überreste einer alten Burg - stammt schließlich das Material für den Hochaltar, einen Seitenaltar und einem Teil des Triumphbogens.
Die Bevölkerung half beim Auf- und Abladen der großen Brocken, die mit
Pferde- und Ochsengespannen mühsam auf den Kesselberg hinaufgeschafft wurden. Am 20. November 1946 wurde die nördliche Friedhofsmauer abgebrochen und mit dem Betonieren der Fundamente begonnen. Ab diesem Zeitpunkt fanden die Werktagsmessen im Schwesternhaus und der Sonntagsgottesdienst im Adler-Saal statt. An Silvester 1946 - infolge des 2. Weltkriegs - stützte die Decke von selbst ein. Das Holz der alten Altäre, Kanzel, Beichtstühle, Kommunionbank und Kirchenbänke wurden im kalten Winter meist als Brennholz verfeuert.

Die Bauern aus Weiler stifteten großzügig Holz, manche sogar ihre schönsten Bäume. Wer keinen Wald besaß wurde mit der Abfuhr des Holzes beauftragt oder leistete den Arbeitern kostenlose Verpflegung.

Am 17. Juli 1947 wurde der Triumphbogen vollendet, bald danach auch das Richtfest gefeiert. Am 08. August 1948 kamen Weihbischof aus Rottenburg, sowie der Abt von Neresheim zur Einweihung der um das Doppelt vergrößerten Kirche.

Drei neue Glocken folgten 1955, sowie größere Schallfenster und vier Uhrentafeln am Turm. Ein elektrisches Läutwerk folgte 1964. Eine neue Heizung wurde 1956 installiert. Eine neue Orgel 1962. Die Kirche wurde 1972 innen frisch gestrichen. Das Fachwerk am Turmobergeschoss legte man 1980 frei.

In Folge des 2. Vatikanischen Konzils wurden weitere Neuerungen in der Kirche durchgeführt wie beispielsweise die Reduzierung auf einen einzigen Altar. Das Steinmaterial des Altares wie auch der Marienstelle, des Ambos und des Tabernakels stammt von den drei früheren Altaren.

Was die Kunstwerke in der Kirche an angeht, finden sich hier Vertreter aus ganz verschiedenen Epochen; Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus, Neugotik, die Kunst kurz nach 1945 und die moderne Kunst verbinden sich in Weiler zu einem harmonischem Gesamteindruck. Sämtliche Statuen und Gemälde wurden aufgefrischt bzw. renoviert, dabei übernahmen etliche Gemeindemitglieder eine finanzielle Patenschaft. Besonders fallen auch die 14 barocken Kreuzwegtafeln auf im hinteren Teil des Kirchenschiffs.

Am 14 Juli 1985 wurde der neue Altar geweiht und im Wesentlichen bis heute unverändert gelassen
 
 
 
 
 
 
   
Der Triumphbogen besteht aus 44 großen Quadersteinen.
  Im romanischen Glockenturm hängen heute 5 Glocken. Die größte ist die 
- Christkönigsglocke 1.250kg; Ton F
- Wetterglocke 750kg; Ton As
- St. Maria Regina pacis 525kg; Ton B
- St. Michaelsglocke 375kg; Ton C
und die Josefsglocke 163kg; Ton Es
   
Katholisches Pfarramt 
Seelsorgeeinheit unterm Bernhardus
Stauferstraße 4
73529 Bargau
Telefon 07173 / 927050
Telefax 07173 / 9270520

Homepage