Bernhardusberg

 

Seit Jahrhunderten hat die Bernharduswallfahrt eine ungebrochene Tradition. Jedes Jahr finden sich die Gläubigen auf dem Bernhardusberg ein, um ihre kleinen und großen Sorgen und Anliegen zu diesem alten Gnadenort zu bringen. 

Von 1733 bis 1809 stand am heutigen Ort der Kapelle eine barocke Kirche, die von vielen Wallfahrern besucht wurde. Wundersame Heilungen waren der Grund für die Errichtung der Kirche. Allerdings fand das Schmuckstück auch ein jähes Ende. Die im 18. Jahrhundert entstandene Aufklärung fand in Pfarrer Dr. Rink aus Böhmenkirch einen willigen Helfer. Er beklagte die Ferne der Kirche auf einem bewaldeten Berg und die damit verbundene Förderung der Unsittlichkeit unter den Wallfahrern. Auf Betreiben des Pfarrers wurde die Wallfahrt auf den Hohenrechberg verlegt, die Kirche geschlossen, geräumt und abgerissen. Einige der Steine sollen heute noch in Degenfelder Häuser zu finden sein, ebenso als Grundstein im Chor der Degenfelder katholischen Kirche. Am Ort der Kirche steht heute die Bernharduskapelle, die vor allem in den letzten Jahren
wieder am Wallfahrtstag im Juni einen ungeheuren Ansturm erlebt.